Studienname: LFS-Metformin-Trial
Studie zu Metformin zur Krebsprävention bei Jugendlichen und Erwachsenen mit Li-Fraumeni-Syndrom
Kurzbeschreibung
Das Li-Fraumeni-Syndrom (LFS) ist eine seltene, erbliche Erkrankung, die das Krebsrisiko deutlich erhöht. Betroffene können schon in jungen Jahren verschiedene Krebsarten entwickeln, oft auch mehrmals im Leben. Ziel der Studie ist es zu untersuchen, ob das Medikament Metformin in Kombination mit regelmäßigen Krebsvorsorgeuntersuchungen das Risiko für Krebserkrankungen bei Patient*innen mit LFS verringern kann. Teilnehmen können Patient*innen ab 10 Jahren, unabhängig vom Geschlecht, bei denen das LFS durch einen Gentest diagnostiziert und eine Veränderung im p53-Gen nachgewiesen wurde.
Ablauf der Studie

Vorbedingungen

Diagnose:
Li-Fraumeni-Syndrom (LFS)

Therapielinie:
Unabhängig von Therapielinie

Alter: ab 10

Kriterien:
durch einen Gentest bestätigte Mutation im p53-Gen

Zuordnung

Randomisierung
1:1

Durchführung

Metformin + Regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen

Metformin: täglich, oral als Tablette oder Lösung; Kontrolluntersuchungen: alle 6 Monate abwechselnd telefonisch oder vor Ort

Regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchungen

Kontrolluntersuchungen: alle 6 Monate abwechselnd telefonisch oder vor Ort

Beobachtung

84 Monate

Studienbeschreibung
Das Li-Fraumeni-Syndrom (LFS) ist eine seltene, erbliche Erkrankung, die das Risiko, an Krebs zu erkranken, stark erhöht. Betroffene können schon im Kindes- oder Jugendalter an verschiedenen Krebsarten erkranken und haben außerdem ein erhöhtes Risiko, im Laufe ihres Lebens mehrere voneinander unabhängige Tumoren zu bekommen (mehrere Primärtumoren). Die Ursache des Syndroms ist in den meisten Fällen eine vererbte Veränderung (Keimbahnmutation) im p53-Gen. Dieses Gen ist essenziell, da es für das p53-Protein kodiert, das auch als "Wächter des Genoms" bekannt ist. Seine normale Funktion besteht darin, geschädigte DNA zu reparieren oder, falls die Schäden zu groß sind, den programmierten Zelltod (Apoptose) auszulösen, um die Entstehung von bösartigen Zellen zu verhindern. Bei Menschen mit LFS ist diese wichtige Kontrollfunktion aufgrund der Mutation beeinträchtigt, was zu einer unkontrollierten Zellteilung und dadurch zur Tumorentwicklung führen kann. Kinder von Betroffenen haben eine Wahrscheinlichkeit von 50%, die Genveränderung ebenfalls zu erben. Zu den häufigsten Tumoren, die mit LFS in Verbindung gebracht werden, zählen Brustkrebs (oft früh einsetzend), verschiedene Sarkome (wie Weichteil- und Osteosarkome), Hirntumoren, Nebennierenrindenkarzinome sowie Leukämien und Lymphome. Angesichts des nahezu 100-prozentigen Lebenszeitrisikos für Krebserkrankungen ist eine intensive, engmaschige Krebsvorsorge mithilfe umfassender Überwachungsprogramme, oft inklusive jährlicher Ganzkörper-MRTs und spezifischer Untersuchungen, für die Betroffenen von großer Bedeutung, um mögliche Krebserkrankungen frühzeitig zu erkennen. Medikamente, die das Auftreten einer Krebserkrankung bei LFS verhindern oder verzögern, gibt es bislang nicht. Metformin ist ein bewährtes Medikament und wird eigentlich zur Behandlung von Typ-2-Diabetes eingesetzt. In der Forschung hat sich aber gezeigt, dass es möglicherweise auch eine Rolle bei der Krebsvorbeugung spielen könnte, besonders bei Menschen mit dem Li-Fraumeni-Syndrom (LFS). Für die Behandlung in dieser Situation ist Metformin bisher nicht zugelassen, der Einsatz ist experimentell. Allgemein gilt Metformin als gut verträglich. Das Ziel der vorliegenden Phase-3b-Studie ist es, herauszufinden, ob das Medikament Metformin das Risiko für Krebserkrankungen bei Patient*innen mit LFS reduzieren kann. Dafür werden die Patient*innen zufällig (randomisiert) in zwei Gruppen eingeteilt. In Gruppe 1 erhalten sie für die Dauer der Studie (geplant 5 bis 7 Jahre) eine tägliche Dosis von bis zu 2000 Milligramm Metformin. Das Medikament wird oral eingenommen, als Tablette oder als Saft und die Dosis schrittweise gesteigert. Zusätzlich erhalten Patient*innen in Gruppe 1 die empfohlenen Kontrolluntersuchungen zur Krebsfrüherkennung (z.B. jährliches Ganzkörper-MRT). Patient*innen in Gruppe 2 erhalten lediglich die empfohlenen Kontrolluntersuchungen. Die Beobachtung im Rahmen der Studie erfolgt über einen Zeitraum von 5 bis 7 Jahren. Das wichtigste Kriterium, das die Studie bewertet, ist das krebsfreie Überleben. Weitere Ziele sind das tumorfreie Überleben, das Gesamtüberleben, die Lebensqualität und eventuelle Nebenwirkungen der Behandlung. Außerdem wird untersucht, wie Faktoren wie Körpergewicht und Lebensstil die Wirksamkeit der Behandlung beeinflussen können. Teilnehmen können Betroffene ab 10 Jahren, unabhängig vom Geschlecht, bei denen das LFS durch einen Gentest bestätigt und eine Veränderung im p53-Gen nachgewiesen wurde. Sollte aktuell eine Krebstherapie stattfinden oder in den letzten 6 Monaten abgeschlossen worden sein, ist eine Teilnahme nicht möglich. Patient*innen dürfen nicht an Typ-2-Diabetes erkrankt sein. Fakten: 1. Welche Erkrankung: Li-Fraumeni-Syndrom (LFS) 2. Krebs-Merkmale: durch einen Gentest bestätigte Mutation im p53-Gen 3. Was untersucht die Studie: präventiven Effekt von Metformin zusätzlich zur Krebsvorsorge 4. Ziel der Studie: Nachweis eines reduzierten Krebsrisikos (Verlängerung des krebsfreien Überlebens) durch Metformin bei LFS 5. Wie lange dauert die Studie: etwa 5-7 Jahre Beobachtungszeitraum 6. Studienmerkmale: Interventionsstudie, Phase-3b, randomisierte Zuteilung, zwei Gruppen, keine Verblindung (offen)
Durchführende Einrichtungen
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Studienzentrum | Kinder- und Jugendonkologie
in Vorbereitung
Phase III
Geschlecht:
alle
Altersgruppe:
ab 10 Jahren
Therapielinie:
nicht angegeben
Art der Studie:
Interventionell