Studienname: BET-PSMA-121
Untersuchung der Sicherheit und Wirksamkeit einer neuen radioaktiven Therapie (177Lu-rhPSMA-10.1) bei fortgeschrittenem Prostatakrebs
Kurzbeschreibung
Für Patienten mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom (mCRPC), einer fortgeschrittenen Form des Prostatakrebses, die trotz Antihormontherapie weiter fortschreitet, besteht ein hoher Bedarf an neuen, wirksamen Behandlungsstrategien. Eine vielversprechende Entwicklung ist die zielgerichtete Radioligandentherapie, die Tumorzellen, welche das prostataspezifische Membranantigen (PSMA) auf ihrer Oberfläche tragen, spezifisch und präzise durch Strahlung schädigt. Ziel der BET-PSMA-121-Studie ist es, die Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit des neuen Radiopharmazeutikums 177Lu-rhPSMA-10.1 zu untersuchen. Teilnehmen können Männer ab 18 Jahren mit PSMA-positivem mCRPC nach Versagen vorheriger Therapien.
Ablauf der Studie

Vorbedingungen

Diagnose:
Prostatakrebs

Therapielinie:
Rezidiv / primär refraktär

Alter: ab 18

Kriterien:
metastasierter kastrationsresistenter Prostatakrebs (mCRPC), PSMA-positiv, fortschreitend trotz vorheriger Therapien

Zuordnung

Sequenzielle Zuweisung

Durchführung

Dosisfindung: 5.55 GBq 117Lu-rh PSMA-10.1

intravenöse Verabreichung von 5.55 GBq 177Lu-rhPSMA-10.1 für maximal 3 Zyklen

Dosisfindung: 7.4 GBq 117Lu-rh PSMA-10.1

intravenöse Verabreichung von 7.4 GBq 177Lu-rhPSMA-10.1 für maximal 3 Zyklen

Dosisschema: 2x 10 GBq + 5x 7.4 GBq

intravenöse Verabreichung von 2 Dosen à 10.00 GBq, gefolgt von bis zu 5 weiteren Dosen à 7.40 GBq, wobei alle Dosen in Abständen von 6 Wochen verabreicht werden

Dosisschema: 8x 7.4 GBq, zu Beginn 3-wöchige Intervalle

intravenöse Verabreichung von 8 Dosen à 7.40 GBq. Die ersten 3 Dosen werden im Abstand von 3 Wochen verabreicht, die restlichen Dosen im Abstand von 6 Wochen

Dosisschema: 2x 14.8 GBq + 4x 7.4 GBq

intravenöse Verabreichung von 2 Dosen à 14.80 GBq, gefolgt von bis zu 4 weiteren Dosen à 7.40 GBq, wobei alle Dosen in Abständen von 6 Wochen verabreicht werden

Beobachtung

Studienbeschreibung
Prostatakrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Das metastasierte kastrationsresistente Prostatakarzinom (mCRPC) stellt dabei eine fortgeschrittene Form dar, bei der sich der Krebs bereits in andere Organe ausgebreitet und Tumorabsiedlungen (Metastasen) gebildet hat. Kastrationsresistent heißt, dass der Tumor nicht mehr auf Behandlungen anspricht, die den Testosteronspiegel senken (Antihormontherapien). Viele Prostatakrebszellen tragen auf ihrer Oberfläche ein spezielles Protein, das Prostata-Spezifisches-Membran-Antigen (PSMA). Dieses Merkmal nutzen moderne Therapien, um Krebszellen gezielt zu finden und zu bekämpfen. In dieser Studie wird die zielgerichtete Radioligandentherapie mit dem Prüfpräparat 177Lu-rhPSMA-10.1 untersucht, einem Wirkstoffkomplex aus einem Liganden und einem radioaktiven Isotop, das über die Vene verabreicht wird. Das Präparat besteht aus einem Liganden (Molekül), das gezielt an PSMA andockt, und welches mit dem radioaktiven Stoff Lutetium-177 verbunden ist. Nach der Injektion in die Blutbahn bindet der Ligand an die PSMA-tragenden Krebszellen und gibt durch den an ihn gebundenen radiokativen Stoff gezielt Strahlung in die Umgebung ab, um diese Zellen zu zerstören, während gesundes Gewebe weitgehend geschont werden soll. Ziel der Phase-1- und Phase-2-Studie ist es, das Medikament 177Lu-rhPSMA-10.1 hinsichtlich der Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit bei der Behandlung des fortgeschrittenen Prostatakrebses (mCRPC) zu untersuchen. Vor der Behandlung wird mit einer speziellen Bildgebung (PSMA PET/CT) geprüft, ob die Tumorzellen tatsächlich PSMA tragen. Nur wenn dies der Fall ist, kommt eine Teilnahme infrage. Die Studie gliedert sich in zwei Phasen: In Phase 1 wird die Sicherheit und die optimale Dosis des Medikaments bei einer kleinen Gruppe von Patienten geprüft, die bereits mit modernen Antihormontherapien (wie Abirateron oder Enzalutamid) und einer oder zwei Chemotherapien (Taxane) behandelt wurden, der Krebs aber weitergewachsen ist. Dafür werden die Patienten einer von zwei Gruppen zugeteilt, in der verschiedene Dosierungen des Präparats getestet werden (5.55 vs. 7.4 GBq). Die Patienten erhalten dabei das jeweilige Medikament für maximal drei Zyklen über die Vene. In Phase 2 wird die Wirksamkeit und Sicherheit des Präparats bei einer größeren Gruppe weiter untersucht. Hier werden verschiedene Dosierungsschemata, basierend auf den Daten aus Phase 1, verglichen. Teilnehmen können Patienten, die ebenfalls bereits Antihormontherapien, aber noch keine Chemotherapie zur Behandlung des Prostatakrebses erhalten haben. In Kohorte 2A erhalten die Patienten zunächst zwei Dosen mit einer Aktivität von jeweils 10,00 GBq. Darauf folgen bis zu fünf zusätzlichen Dosen mit einer Aktivität von jeweils 7,40 GBq in sechswöchigen Intervallen. Die Patienten der Kohorte 2B erhalten bis zu acht Dosen mit einer Aktivität von jeweils 7,40 GBq. Der Behandlungsplan unterscheidet sich hier durch kürzere Intervalle zu Beginn: Die ersten drei Dosen werden in dreiwöchigen Intervallen verabreicht, während die restlichen Dosen in sechswöchigen Intervallen folgen. Kohorte 2C, welche optional eröffnet wird, sieht einen Behandlungsplan mit der höchsten Anfangsdosierung vor. Die Patienten erhalten hierbei zunächst zwei Dosen mit einer Aktivität von jeweils 14,80 GBq. Daran schließen sich bis zu vier zusätzlichen Dosen mit einer Aktivität von jeweils 7,40 GBq an. Auch in dieser Kohorte werden alle Dosen in sechswöchigen Intervallen gegeben. Die Patienten werden regelmäßig untersucht, um Nebenwirkungen zu überwachen und den Behandlungserfolg (z.B. durch Messung des PSA-Wertes) zu kontrollieren. Teilnehmen können Männer ab 18 Jahren mit mCRPC, deren Testosteronspiegel durch Kastration (medikamentös oder operativ) dauerhaft niedrig ist. Der Krebs muss fortschreiten, und es dürfen keine schweren anderen Erkrankungen (z.B. schwere Nierenprobleme oder andere Krebserkrankungen) vorliegen. Zudem darf der Tumor nicht in das zentrale Nervensystem gestreut haben. Eine wichtige Voraussetzung ist, dass der Tumor PSMA-positiv ist und keine größere Tumoranteile ohne PSMA vorhanden sind. Fakten: 1. Welche Erkrankung: metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom (mCRPC) 2. Krebs-Merkmale: fortschreitend nach Vortherapie (Antihormontherapie, ggf. Chemotherapie), PSMA-positiv 3. Was untersucht die Studie: Sicherheit, Verträglichkeit, Strahlendosis und Anti-Tumor-Wirkung von 177Lu-rhPSMA-10.1 4. Ziel der Studie: Bestimmung der optimalen Dosis und Prüfung, ob das Medikament das Tumorwachstum hemmen kann (gemessen u.a. am PSA-Wert) 5. Wie lange dauert die Studie: Behandlung in Zyklen (meist alle 6 Wochen) max. 48 Wochen bei längster Behandlungsgruppe, Nachbeobachtung in 6-12 wöchigen Intervallen bis zum Studienende (ca. 2028) 6. Studienmerkmale: Phase 1 (nicht randomisiert) und Phase 2 (randomisiert), offen (nicht verblindet), international, neues Prüfpräparat 177Lu-rhPSMA-10.1 als Radioligandentherapie
Durchführende Einrichtungen
Klinik für Urologie
Studienzentrum | Klinik für Urologie
in Vorbereitung
Phase I
Phase II
Geschlecht:
männlich
Altersgruppe:
ab 18 Jahren
Therapielinie:
Erstlinie
Art der Studie:
Interventionell