Studienname: BEACON2
Studie zu neuen Behandlungsstrategien eines rezidivierten Neuroblastoms vom Hochrisiko-Typ
Kurzbeschreibung
Die Behandlung eines Neuroblastoms erfolgt in der Regel im Rahmen klinischer Studien, in denen die Therapiestrategie an das Risikoprofil angepasst wird. Ziel der BEACON-2-Studie ist es, verschiedene neue Behandlungsschemata zu prüfen und perspektivisch neue Therapieoptionen zu schaffen. Patient*innen ab dem ersten Lebensjahr mit rezidiviertem oder refraktärem Neuroblastom vom Hochrisiko-Typ können an dieser Studie teilnehmen.
Ablauf der Studie

Vorbedingungen

Diagnose:
Neuroblastom

Therapielinie:
Rezidiv / primär refraktär

Alter: ab 1

Kriterien:
Hochrisiko-Typ; erstmalig aufgetretenes Rezidiv in Tier 1; Rezidiv oder primär fortschreitend in Tier 2

Zuordnung

Randomisierung

Durchführung

Beobachtung

60 Monate

Studienbeschreibung
Ein Neuroblastom ist ein bösartiger Tumor des Nervensystems, der aus unreifen Nervenzellen entsteht, die sich normalerweise im Laufe der Entwicklung zu funktionierenden Nervenzellen oder Nebennierenzellen weiterentwickeln. Der Tumor findet sich meist im Bauchraum, vor allem in der Nebenniere, aber auch entlang der Wirbelsäule, im Brustkorb oder Hals. Die Beschwerden hängen dabei stark von der Lokalisation des Tumors ab. Neuroblastome können sehr unterschiedlich verlaufen: Manche verschwinden von selbst, andere wachsen schnell und bilden Tumorabsiedlungen (Metastasen) in Knochen, Knochenmark, Lymphknoten oder der Leber. Die Behandlung von Patient*innen mit Neuroblastom richtet sich nach ihrer individuellen Krankheitssituation und der Wahrscheinlichkeit eines Krankheitsrückfalls (Rezidiv). Die Patient*innen werden daher zu Beginn der Behandlung einer bestimmten Risiko- oder Therapiegruppe zugeordnet. Die aktuellen Behandlungsrichtlinien sehen eine Einteilung in drei Therapiegruppen vor: niedrige Risikogruppe, mittlere Risikogruppe und Hochrisikogruppe. Für jede dieser Therapiegruppen gelten unterschiedliche Therapiepläne. Die meisten Patient*innen mit Neuroblastom werden im Rahmen von klinischen Studien behandelt, d. h. es kommen viele verschiedene, studienspezifische Therapieschemata zur Anwendung. Behandelt wird ein Neuroblastom aber meist mit einer Kombination aus einer Induktionschemotherapie und eventuell Operation und/oder Strahlentherapie. Als Konsolidierungstherapie folgen dann meist eine Hochdosis-Chemotherapie und eine Stammzelltransplantation. In den meisten Fällen schließt sich eine Erhaltungstherapie mit Immuntherapeutika an. Die Erkrankung kann jedoch möglicherweise nicht auf die Therapie ansprechen (Therapierefrakterität) oder nach der Behandlung erneut auftreten (Rezidiv). Ziel der vorliegenden mehrarmigen, mehrstufigen Plattformstudie ist es, die Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener neuer Behandlungsstrategien zu untersuchen. Im Rahmen der Stufe 1 (Tier 1) der Studie werden Patient*innen mit erstmalig aufgetretenem Rezidiv zufällig (randomisiert) in zwei Behandlungsarme eingeteilt. Arm A erhält Temozolomid (Tag 1-5), Dinutuximab beta (Tag 1-7) und Irinotecan (Tag 1-5) im Rahmen eines 3-wöchigen Zyklus für bis zu 12 Zyklen. Arm B erhält Temozolomid (Tag 1-5), Bevacizumab (Tag 1) und Irinotecan (Tag 1-5) ebenfalls im Rahmen eines 3-wöchigen Zyklus für bis zu 12 Zyklen. Die Studie ist nicht verblindet, d. h. ärztliches Personal und Patient*in wissen, welche Behandlung erfolgt. Der primäre Endpunkt von Tier 1 ist das progressionsfreie Überleben (PFS), also die Zeitspanne vom Studienbeginn bis zum ersten Auftreten eines Progresses (Fortschreiten der Erkrankung), eines Rezidivs (Wiederauftreten der Erkrankung) oder des Todes durch jede beliebige Ursache. In Stufe 2 (Tier 2) der Studie erhalten Patient*innen mit mehrfach aufgetretenen Rezidiven bzw. fehlender Eignung für Tier-1 eine Kombinationstherapie aus Temozolomid (Tag 1-5), Bevacizumab (Tag 1), Dinutuximab beta (Tag 1-5) und Irinotecan (Tag 1-5) im Rahmen eines 3-wöchigen Zyklus für bis zu 12 Zyklen. Im weiteren Verlauf können neue Behandlungsarme in Tier 2 integriert werden. Der primäre Endpunkt von Tier 2 ist die Identifizierung einer sicheren und verträglichen Kombinationstherapie. Die Studie dauert etwa 36 Wochen (Behandlungsphase) gefolgt von einer Nachbeobachtung für mindestens 5 Jahre. Patient*innen ab dem ersten Lebensjahr mit rezidiviertem oder refraktärem Neuroblastom vom Hochrisiko-Typ können an dieser Studie teilnehmen. Die Erkrankung muss messbar sein (z. B. CT/MRT) oder mittels sogenannter MIBG-Szintigraphie nachweisbar sein; Erkrankungen, die nur im Knochenmark nachweisbar sind, sind ausgeschlossen. Fakten: 1. Welche Erkrankung: Neuroblastom 2. Krebs-Merkmale: Hochrisiko-Typ und rezidiviert/refraktär 3. Was untersucht die Studie: Wirksamkeit und Sicherheit verschiedener neuer Behandlungsstrategien 4. Ziel der Studie: Bestimmung der optimalen Behandlungsdosen und Verlängerung des progressionsfreien Überlebens 5. Wie lange dauert die Studie: Behandlungsdauer ca. 36 Wochen + bis zu 5 Jahre Nachbeobachtung 6. Studienmerkmale: Phase-1/2, randomisiert und zwei Behandlungsarme in Stufe 1, offen (nicht verblindet)
Durchführende Einrichtungen
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Studienzentrum | Kinder- und Jugendonkologie
in Vorbereitung
Phase I
Phase II
Geschlecht:
alle
Altersgruppe:
ab 1 Jahren
Therapielinie:
Rezidiv/Refraktär
Art der Studie:
Interventionell